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Die Plaas
Die Plaas ist ein Gedicht von Yvette Coetzee. Yvette ist Schauspielerin, Theaterregisseurin und Autorin. Sie stammt aus Pretoria (Südafrika) und hat in ihrer Kindheit häufig Zeit auf der Farm ihrer Grosseltern in Namibia verbracht. Die Eindrücke aus dieser Zeit hat sie in diesem poetischen Text verarbeitet. Freundlicherweise hat Sie mir diesen Text nicht nur zur musikalischen Umsetzung anvertraut, sondern ihm auch ihre Stimme geliehen. Die Komposition entstand im Herbst 2010 und wurde von mir im Januar 2011 erstmals veröffentlicht. Herzlichen Dank an Yvette Coetze. Der Text wird hier mit ihrer freundlichen Genehmigung gezeigt.

Ek word weer kind
daar
in die ewige kombuis
se reuk
waar die yskas so oud is,
dat mens die deurkosyn sal moet deurbreek
as hy moet uit
Hy word omgefunktioneer na n rak
En bly staan.

Blikskottels en vargeroomde botter
En varsgemelkte melk
Die kalfie skreeu nog die verraad
En die vrugte die vrugte
So onvanpas in die droogte
Druiwe turksvye moerbye
Wat pers en sappig onder jou voete bars
Die vel vir ewig vlek
Dat mens die boom
net met ou klere kan klim

In die namiddag is daar 2 ure rus
Waar almal stil en vriendelik is
In die namiddag gee ek my nostalgie vrye teuls
En dwaal in my gerinneringe
Die reuke van my kindheid
Die varswarm brootjies met Nutella vir breakfast
Die heldergekleurde plastiek goed it Duitsland
Die gebleekte fotos van my oupa
wat steeds met verwyt van die mure kyk
Want die reen bly weg.

Ek gaan le op die sonbed
wat in die skadu staan en lees n ou Gala
Vol bekende mense van wie ek nog nooit gehoor het nie
So veel lekker lewe op die blaaie
Wat oor die stilte van die plaas galm en gons
Ek maak dit toe. Styf. Stywer.
En luister na die stilte
Die veraf gedruis van plaaslewe
En wag vir die namiddag koffie
Die namiddag koek
Hier is niks vir my om te doen behalwe eet nie.

Die son is die main act
Hy steel die show, neem oor,
Loop soos n bederfde Diva oor die plaas
Elke dag moerriger en harder
En voer sy aanslag met die blommetuin voort
Word dronk van suig aan die swembad se water
en strompel dan deur die vrugtetuin,
verby die familie grafte
verby die bedonnerde waghond
oor die droee loop van die rivier
tot hy kort duskant die horison neerdonner
sodat sy neus beginne bloei in die skemer

Die bome word dramaties swart
en onvrywillig deel van die skouspel
die dowwe ewige gegons van die goggas swel
die muskiete skaamteloser
die skerpioene skarrel rond
met hulle sterte gelig
trippel oor die mat voor die tv
Die suidwesbier. Die rogtoebrootjies.
En die goudbordeerde glase.
Met die geraas van die kragopwekker
off stage left,
die gloed van die vure
van die kraal met die veraf gelag en gesing
„Hulle drink te veel“ se my ouma
En n paar keer was ek kort daar-
Voor om te vra of ons nie dalk
Soontoe kann gaan nie, want dit klink
Heel prettig
Heel spontaan.
Maar die stille konsentrasie
waaraan almal aan die TV hang
Of die stotterende belanglose gesprekke
Het die vraag in my mond laat welk.

Ek is nog klein, en weet nog min
Maar ek weet
Mens doen dit nie
Mens in die sin van witmens, natuurlik
Witmense doen dit nie.
Witmense sit stil en verveel hulleself
op n beskaafde manier
Want mens kan die donker na die kraal
nie deurkruis / oorkruis nie
Buite sluip die terroriste
voor die gegrendelde vensters,
die volkastralie

n jammerte by die sterrehemel.
Ich werde wieder Kind
dort
im Geruch
der ewigen Küche
wo der Kühlschrank so alt ist,
das man den Türrahmen rausbrechen müsste
um ihn rauszukriegen
Er wird umfunktioniert zu einem Schrank
und bleibt stehen.

Blechschüsseln und frisch gestampfte Butter
und frisch gemolkene Milch
das Kalb schreit noch Verrat
und das Obst, das Obst!
so unpassend in der Dürre
Trauben, Kaktusfeigen, Brombeeren, Maulbeeren
die lila und saftig unter den Füßen platzen
die Haut ewig voller Flecken
dass man den Baum
nur in alten Kleidern beklettern kann.

Am Nachmittag zwei stunden Ruhe
in der alle still und freundlich sind
am Nachmittag lasse ich meiner Nostalgie freie Zügel
verweile in meinen Erinnerungen
die Gerüche meiner Kindheit
die frischwarmen Brötchen mit Nutella zum Frühstück
das grell gefärbte Plastikgeschirr aus Deutschland
die verblassten Fotos von meinem Opa
der immer mit Groll von den Wänden schaut
denn der Regen bleibt weg.

Ich lege mich auf den Liegestuhl im Schatten
und lese eine alte Gala,
voll bekannter Leute von denen ich nie gehört habe
so viel Leben in den Seiten
das über die Stille der Farm widerhallt
ich schließe sie. Fest. Fester.
und höre mir die Stille an.
das Dröhnen des Farmlebens weit weg.
und warte auf den Nachmittagskaffee
den Nachmittagskuchen
es gibt für mich hier nichts zu tun, außer Essen.

Die Sonne ist die Hauptdarstellerin
sie stiehlt Allem die Show und tritt auf
schwebt wie eine verwöhne Diva über die Farm
Jeden Tag noch gnadenloser und heißer
setzt ihre Attacke auf das Blumenbeet fort,
saugt das Wasser aus dem Schwimmbad,
trunken stolpert sie durch den Obstgarten
zu den Familiengräbern
am schlecht gelaunten Wachhund vorbei
über das trockene Flussbett
bis sie kurz jenseits des Horizonts hinstürzt
und ihre Nase in der Dämmerung blutet.

Die Bäume werden dramatisch schwarz
und unfreiwillig Teil des Schauspiels.
das stumpfe sirren der Zikaden schwillt an
die Moskitos werden unverschämt
die Skorpione krabbeln rum
ihre Stachelschwänze steil erhoben
rennen über den Teppich vor dem Fernseher.
Das Südwesterbier, die Schwarzbrotbrötchen
und goldgesäumte Gläser,
mit dem Lärm des Generators
aus dem Off links der Bühne.
Die Glut der Feuer auf der Warft
mit dem weit entfernten Gelächter und Gesang
„Sie trinken zu viel“ sagt meine Oma
und ein paar mal war ich kurz davor
zu fragen ob wir nicht vielleicht
dahin gehen können, denn es klingt
sehr lustig
sehr spontan
Aber die stille Konzentration
mit der alle am Fernsehen hängen
und das stockende belanglose Geplapper
lassen die Frage in meinem Mund verwelken.

Ich bin noch klein, und weiß noch wenig
Aber ich weiß
Man tut das nicht
Man im Sinne vom Weißen, natürlich
Man macht es als Weiße nicht.
Weiße sitzen da und langweilen sich
Auf eine zivilisierte Art.
Denn man kann das Dunkel zur Warft
nicht durchqueren, nicht überbrücken
Draußen schleichen sich Terroristen herum
vor den verschlossenen Fenstern,
mit Gittern davor.

Wie schade ... bei dem Sternenhimmel.

 
   
   


 
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