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Der Unbesiegbare

Der Unbesiegbare (polnisch Niezwyciężony) ist ein Science-Fiction-Roman von Stanisław Lem aus dem Jahr 1964. Das Raumschiff "Der Unbesiegbare" trifft nach langer Reise auf einem fremden Planeten ein, um dort den Verbleib seines verschollenen Schwesterschiffes Kondor zu untersuchen.

Stanislaw Lem: Der Unbesiegbare, Suhrkamp TaschenbuchAm Anfang sieht der Planet noch friedlich und unbewohnt aus, und die Mannschaftsmitglieder spekulieren, was wohl mit dem Schwesterschiff passiert ist - bis es aufgefunden wird und sich herausstellt, dass die Besatzung ohne Kampf an einem vollständigen Gedächtnisverlust zugrundegegangen ist.

Mit der Zeit wird der Verursacher des Unglücks gefunden: Eine unbekannte Alienspezies. Es handelt sich dabei um Heerscharen kleiner metallischer Roboter-Fliegen, die sich je nach Bedrohung zu Einheiten variabler Größe zusammenschließen und mittels enorm starker magnetischer Felder Gehirne und Rechenanlagen so belasten können, dass diese funktionsunfähig werden, was sich beim Menschen als vollständiger Gedächtnisverlust darstellt.

Der Unbesiegbare ist ein Raumschiff mit wissenschaftlicher Abteilung an Bord, in der fast alle Disziplinen vertreten sind - nach umfangreichen, insbesondere geologischen Nachforschungen und vielen Spekulationen scheint die plausibelste Theorie zu sein, dass die Flugroboter im Rahmen einer „toten Evolution“ entstanden sind. Die Maschinen stammen selbst nicht von dem Planeten, sondern wurden „eingeschleppt“ und haben sich weiterentwickelt, wobei sich die unendlich flexiblen Mikrosysteme gegenüber allen anderen Arten, inklusive der lokalen Fauna und Flora, durchgesetzt haben.
Wie sich herausstellt, ist eine Kommunikation mit dieser Nekrosphäre, wie die Wissenschaftler die Roboter-Fliegen-Zivilisation taufen, nicht möglich.

Interpretation

Stanisław Lem beschäftigt sich auch hier mit einem seiner Lieblingsthemen: Der (Nicht)Kommunikation mit Wesen, die nicht die gleiche Interpretationsbasis wie der Mensch besitzen, und warum diese scheitern muss. Gleichzeitig skizziert er einige Theorien über Evolution und Kybernetik, insbesondere die These, dass flexible, verteilte Intelligenz einer individuellen, monolithischen Form überlegen ist, und die These, dass die Evolution ab einem bestimmten Punkt nicht mehr von biologischen, sondern von technischen Systemen weitergeführt werden könnte. Ersteres Thema greift er Jahrzehnte später in Frieden auf Erden erneut auf.

Auch wird die Ähnlichkeit zwischen menschlichem und bestimmtem maschinellen Denken besprochen: Die Menschen an Bord des Unbesiegbaren setzen unbewusst auf dieselben Bekämpfungsmaßnahmen, wie die komplexen „Makro“-Roboter der Vergangenheit des Planeten, obwohl die „Mikro“-Roboter-Zivilisation sich derartigen Maßnahmen bereits exakt angepasst hat.
 
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